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Donnerstag, 18. Juni 2015

Demenz im Sozialausschuss?


 
Mit Demenz soll man ja bekanntlich nicht herum blödeln. Aber manchmal geht es nicht anders. Besonders dann, wenn sich der Sozialausschuss der Stadt Hamm mit dem Handlungskonzept „Älterwerden in Hamm“ befasst und dem Rat empfiehlt, dieses Konzept zur Arbeitsgrundlage für die Verwaltung zu machen. Ist doch super, denkt man da im ersten Moment. Bis man merkt, dass genau der selbe Ausschuss genau die selben Handlungsfelder u.a. „für ein selbstbestimmtes Leben im Alter“ schon vor sieben (7!) Jahren dem Rat zur Umsetzung empfohlen hat.

Was denn nun? Nichts passiert zwischendurch? Oder schlicht vergessen, was man bereits vor sieben Jahren beschlossen hat? Ohne zu wissen, wie der Altersdurchschnitt im Sozialausschuss ist, darf ich mit meinen inzwischen 78 Jahren mal vermuten, dass die Demenz auch Jüngere ziemlich blöde treffen kann. Wer das hier nicht glauben mag, was ich sogar verstehen könnte, der sollte mal im Hammer Abschlussbericht NAIS von 2007 blättern. Da findet man alles wieder, inklusive Beschlussvorlage.

                                                                            

Sonntag, 10. Mai 2015

Klassentreffen: Wie die Erinnerung trügt




Die Elf vom Gipfel "LH-55" mit Frauen und Partnerinnen im Posthotel Mittenwald.
 In den Sesseln: Das Gastgeberehepaar. 
 

Kein Lebensabschnitt ist individueller, subjektiver, emotionaler und stärker in Nebel gebettet als das Alter.“ Sagt Thomas Druyen von der Siegfried-Freud-Uni in Wien. Recht hat der Mann. Seine Erkenntnis habe ich gerade im eigenen Kopf verarbeiten dürfen oder müssen. Beim Gipfel „LH 55“ Anfang Mai war das. Der fand nicht im Schloßhotel Elmau statt, wo im Juni Merkel, Obama und Co. talken und tafeln, sondern gleich nebenan im Posthotel in Mittenwald. Dort trafen sich auf Einladung des Hoteliers „Fidschi“ * elf Ehemalige des Jungen-Internats Canisianum im münsterländischen Lüdinghausen. Mit dabei: Die Ehefrauen (ca. 50 %) oder auch Lebensabschnitts-Partnerinnen.

Am Rande: Das Canisianum war jene „Bildungsstätte“, der Heinrich Breloer in seiner mehrmals ausgezeichneten TV-Dokumenation bescheinigt hat, dass „der Tagesablauf von einer katholischen Erziehung geprägt war, die Schuld und Sünde in den Vordergrund stellte“. Stimmte zwar, ist aber für mich nach 60 Jahren dazwischen nur noch so etwas wie Käse und Kokolores. Wie gesagt, für mich. Andere sehen das immer noch so (Helmger*) oder haben es nie so gesehen (Mau-Mau*).

Elf von 39 also, denen 1955 die so genannte >Mittlere Reife“ bescheinigt wurde. Der Rest konnte nicht, weil verstorben, malad oder anderweitig eingebunden. Oder wollte nicht, weil immer noch von bösen Erinnerungen heimgesucht. Die elf allerdings, die da in Mittenwald getalkt und getafelt (siehe den Vergleich zu Elmau) haben, hatten den katholischen Drill aus ihrem Internatsgepäck schon lange auf den großen Müllhaufen des Vergessens geworfen. Wie vieles andere auch. So durfte ich erfahren, dass Alter ein Begriff ist, unter dessen Dach ganz verschiedene Wahrheiten schlummern.

Als ich zum Beispiel meine Frau vorstellte, stieß ich auf großes Erstaunen. „Du und verheiratet? Hätte ich nie geglaubt.“ Ehrlich gesagt, hätte ich von dem, der das sagte, nicht mal geahnt, dass er unter den 500 vermögensten Deutschen gelistet wird. Oder Mozart* , der fest davon überzeugt war, dass ich früher mal in einem Kaff im Münsterland gelebt hatte. Genauso wie ich schwöre, dass ich besagten Ort noch nie im Leben betreten habe, genauso überrascht war ich, als eben dieser „Mozart“ sich an drei Abenden in Mittenwald zum medienreifen Kommödianten entwickelte. „Der und witzig? Den hatte ich nie so in Erinnerung,“ resümierte auch Rollf*, den ich Jahrzehnte in Brasilien vermutet hatte, obwohl er die ganze Zeit und bis heute in Österreich an einer Strasse wohnt, die ich im Berufsleben reichlich oft benutzt habe.

Wirklichkeit, Wahrheit und Wahrnehmung. Erst im Alter relativiert sich so manches. Allein schon diese Erkenntnis ist eine Sensation, die nicht unterschätzt werden sollte. So gesehen war unser „LH-55-Treffen“ ein voller Erfolg. Und das nächste Treffen 2016 in Wuppertal wird auch schon vorbereitet.. Ich bin sicher, in Elmau kommt auch nicht viel mehr beim G-7-Gipfel als eine Verabredung zum nächsten Treffen heraus. Darum: So lange wir uns noch Ziele setzen, sind wir dabei, auf der großen Bühne dieser Weltgeschichte. Und die Erinnerung? Sie mag trügen. Erschüttern kann das keinen mehr, wenn er erst mal eine stattliche Anzahl von Jahren auf dem Buckel hat, wenn Gelassenheit selbst körperliche Hindernisse ausgleicht. In diesem Sinne:

Euer Punzel*

* = aus Datenschutz- und anderen Gründen habe ich nur Vor- oder Spitznamen genannt. 





Freitag, 6. März 2015

Die Vorsitzende heisst nicht Frau Müller...

Gestern in der Muckibude. Gespräch von Laufband zu Laufband.

Er: „Der Seniorenbeirat hat jetzt eine Frau als Vorsitzende. Ich glaube, die heisst Frau Müller.“

Sie: „Die heisst nicht Frau Müller, die heisst Frau Schwarz.“

Er: „Und wie komme ich jetzt auf Müller?“

Sie: „Herr Müller war jahrelang der Chef von Frau Schwarz im Amt für Soziale Intergration.“

Er: „Sag´ ich doch, die kennen sich gut.“

Sie: „Kann man so sagen.“

Er: „Dann macht Frau Schwarz demnächst, was Herr Müller sagt?“

Sie: „Das kann man so direkt nicht sagen.“

Er: „Warum denn nicht?“

Sie: „Weil Herr Müller erst fragen muss, was der Oberbürgermeister sagt.“

Er: „Und der Herr Müller sagt dann der Frau Schwarz, was unser OB so denkt?“

Sie: „Könnte man so sagen.“

Freitag, 30. Januar 2015

Klassentreffen - "ist ja irre"

"Ist ja irre" kommentierte gestern am Telefon ein ehemaliger Geschäftspartner - heute so um die 70 Jahre alt und meistens mehr Freund als Partner -, als ich ihm erzählte, dass ich Anfang Mai eine Reise zu einem Klassentreffen - mit Frauen, Freundinnen oder Partner/innen! - nach Mittenwald plane. "Du bist doch sicher schon über 75?", fragte er. "Etwas darüber, in gut zwei Jahren will ich gerne noch 80 werden". Dann, nach einer kurzen Pause, sagte er: "Du machst es richtig, wer sich im Alter noch Ziele setzt, ist nicht alt."

Da mein alter Kumpel auch immer ein wenig Philosoph war, gebe ich das Lob gerne weiter. An jene Gleichaltrigen, die ebenfalls in diesen Tagen darüber nachdenken, Anfang Mai in den Süden zu düsen. Immerhin leben die meisten von denen, die "übrig geblieben" sind, heute in NRW oder auch nördlich davon. Ausgenommen davon sind die Klassenkameraden "Fidschi", der uns in sein Posthotel nach Mittenwald für drei Tage eingeladen hat, und Rolf, der schon seit Jahren um die Ecke in Österreich lebt. Meine rund 800 Straßenkilometer nach Mittenwald sind kein Problem. Eher wohl die Idee an sich.

Darum hier zur Erinnerung einige Gedanken zu meinem ersten Klassentreffen  - vorher und nachher.

Vor dem Klassentreffen
 
>Es war im Herbst 2011, als ich überraschende Post bekam. Absender war ein ehemaliger Klassenkamerad, mit dem ich von 1949 bis 1955 bis zur „mittleren Reife“ - so hieß das damals wirklich – die Schulbank im Canisianum in Lüdinghausen drücken durfte. Oder besser gesagt: Absender Ado durfte, weil externer Schüler, ich musste, weil interniert. Zusammen mit meinem damaligen Internats-Leidensgenossen Pitt hatte Ado sich die Mühe gemacht, die Namen unseres Reife(haha)-Jahrgangs zu recherchieren und zum Klassentreffen einzuladen. Applaus dafür, auch wenn mich das Ergebnis der Namens-Liste – sogar ergänzt mit einem alten Foto - erst einmal sehr nachdenklich gemacht hat. 39 Namen stehen da, sechs sind verstorben und eben so viele sind nicht auffindbar. Rein statistisch eigentlich noch ein gutes Ergebnis, dachte ich, bevor ich mir die 27 Namen der restlichen und - ich hoffe – noch rüstigen Mitte-Siebziger mal näher angesehen habe. Bis auf drei, höchstens fünf, würde ich sicher niemanden erkennen, wenn er mir heute auf der Straße entgegen kommen würde. Auch dann nicht, wenn mir sogar der eine oder andere Name noch etwas sagt.

Liegt es daran, dass ich den „Kasten“ in Lüdinghausen 57 lange Jahre einfach ausgeblendet habe, weil ich ihn genau so in Erinnerung habe, wie ihn Heinrich Breloer – auch ehemaliger Schüler, nur etwas jünger - in seinem mehrmals ausgezeichneten Doku-Drama geschildert hat? Im Lexikon Wikipedia heißt es zu dem Breloer-Film: „Das Internat ist nach dem Krieg im Wiederaufbau, und die jüngsten der Internatsschüler leben in engen Verhältnissen. Ihr Tagesablauf ist bis ins Kleinste organisiert und geprägt von einer katholischen Erziehung, die Schuld und Sünde in den Vordergrund stellt. Die ehemaligen Schüler sprechen über Erlebnisse, die von Einsamkeit und Bitterkeit geprägt sind.“
 
Wenn ich ehrlich bin, kann und will ich da nicht widersprechen. Warum ich trotzdem im Mai zum Klassentreffen fahre? Weil ich wissen will, wie viele von den 27 überhaupt noch kommen (können). Weil ich glaube, dass ich mich zusammen mit Rolf, vielleicht auch mit Hubert, über die Auszeiten amüsieren kann, in denen wir dem System ab und zu ein Schnippchen geschlagen haben. Weil ich sicher bin, dass Ado und Pitt zusammen mit Wolfgang sich viel Mühe gegeben haben, um das Treffen zum schönen Oldie-Event zu machen. Und natürlich, damit ich demnächst auch all die anderen erkenne, wenn ich ihnen zufällig mal auf der Straße begegne...<
 
Nach dem Klassentreffen
 
>Während der Fahrt zum zweitägigen Klassentreffen nach Münster spukten mir die Buchtitel Internatskerker (Thomas Bernhard), Unterm Rad (Hermann Hesse) und Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (Robert Musil) durch den Kopf. Ich war auf dem Weg zum Treffen mit ehemaligen Mitschülern des katholischen Internats Canisianum Lüdinghausen. Das ist jene Anstalt, über die Heinrich Breloer sein preisgekröntes TV-Doku-Drama gedreht hat. Ehemalige Schüler sprechen im Film über Erlebnisse, die von Einsamkeit und Bitterkeit geprägt sind.
 
 
Was die Titel der Bücher ausdrücken, was Breloer erzählt, konnte ich nachempfinden. 57 Jahre lang fielen mir zum Internat - wenn ich denn überhaupt noch an die Zeit dachte - Vokabeln wie ausgeschlossen und abgeschoben oder ganz real wenig qualifiziertes Aufsichts- und Lehrpersonal bis in die pastorale Spitze hinein ein. Kurz: Ich wollte von diesem Abschnitt meiner Jugend nichts mehr wissen. Bis jetzt, bis zum ersten Treffen seit 1955 in Münster.
 
Um es vorweg zu nehmen: Auf der Rückfahrt dachte ich mehr an Das fliegende Klassenzimmer (Erich Kästner). Auch in diesem Roman gibt es Probleme, aber lösbare. Freundschaft und Kameradschaft der Schüler untereinander sorgen dafür, dass Internatsleben erträglich wird. Ein witzwortreicher Nachmittag und Abend in Münster sowie eine Wanderung durch und rund um die alte Penne in Lüdinghausen am nächsten Tag haben mir die Augen geöffnet. Je mehr Druck auf uns damals ausgeübt wurde, desto mehr haben wir uns zusammengeschlossen. Wir haben Cliquen gebildet, in die keiner hineinkam. Und wenn sich beim Klassentreffen zwei 75jährige nach 57 Jahren plötzlich in den Armen lagen, dann waren das wohl nicht nur Interessengemeinschaften. Kameradschaft, Kumpanei, Freundschaft, daraus bestand der Kitt, der uns damals stark machte.
 
Wenn wir morgens in Zweierreihen durch die Stadt in die Kirche geführt wurden, fanden wir das als Kinder überhaupt nicht - und jetzt beim Klassentreffen überaus komisch. Weil wir erkannt haben, welche verquaste Denkweise damals hinter dem erzkatholischen Trimm stand. Wenn vom Direktor bei einem Mitschüler die Abi-Reife nur deshalb angezweifelt wurde, weil er als Stadtmeister im Tennis mit zwei kurz-berockten Mädchen (!) in der Zeitung abgebildet war, dann löst das heute nur noch ein homerisches Gelächter aus. Wenn vier von uns im Foyer des Internatsgebäudes Stunden mit dem Gesicht zur Wand in vier Ecken stehen mussten, dann ist das aus heutiger Sicht für die damals Betroffenen nicht mehr anprangernd demütigend, sondern nur noch lächerlich. Genau wie der Spruch des Präfekten „aus dir wird nie etwas“. Wäre der Mensch noch am Leben, hätte er beim Klassentreffen feststellen dürfen, dass aus seinen Zöglingen viel mehr geworden ist als sein begrenzter gedanklicher Kosmos es damals wohl zugelassen hat.
 
Alle haben es im Leben weit gebracht, die 16 Oldies mit rund 75 Jahren auf jedem einzelnen Buckel. Aufgeschlossen und weltoffen wurde geplaudert und gelacht, keiner Einziger hatte den Gedanken-Muff des Internats noch in den Knochen. Alleine schon diese Erkenntnis hat mich froh und auch ein wenig glücklich gemacht.  Es war ein schöner Ausflug mit lustigen Kopfreisen durch rund 60 Jahre.< 
 
Mein Fazit: Auch wenn "es irre ist", die Fahrt nach Mittenwald wird sich wohl lohnen, egal wie alt man ist - oder besser - sich fühlt. Bis dann also...

Donnerstag, 7. August 2014

Da staunt der Laie...


Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Der Geschäftsführer eines Gesundheits- und Rehazentrums in Hamm  meldet Insolvenz an und eröffnet nahezu zeitgleich in unmittelbarer Nachbarschaft eine neue Firma mit identischen Unternehmens-Zielen. Und dort, wo auf zwei Etagen die Karre in den Sand gesetzt wurde, soll es demnächst weitergehen, natürlich weiterhin als Gesundheits- und Rehazentrum.

Tolle Rechnung: Was einmal nicht geklappt, wird schon gut gehen, wenn das Angebot einfach mal verdoppelt wird. Wer dabei – mal so ganz nebenher gefragt – auf den bisherigen und zukünftigen Kosten sitzen bleibt, spielt wohl keine Rolle mehr.

Im heutigen Gesundheits-System ist inzwischen wohl jede Milchmädchen-Rechnung möglich. So lange die Jungen ihre Pfunde auf Rezept in Fitness- und Reha-Zentren abtrainieren und die Alten mit medizinischer Empfehlung in den gleichen Einrichtungen immer älter werden, geht das Modell auf. Wenn ich nicht zu alt wäre, würde ich glatt eine Muckibude aufmachen. Und nach mir? Die Sintflut; oder doch die Gläubiger? Ist doch ganz egal...



Dienstag, 22. April 2014

Sie wissen nicht, was sie labern...

"… denn sie wissen nicht, was sie tun" ist ein amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1955 mit James Dean, der in dem Drama als Rebell um Anerkennung ringt.

"... denn sie wissen nicht, was sie labern" ist die Definition von Sprache, wenn von der Presse hochgejubelte Fußballexperten über ihren Sport sprechen.

Bayern-Frühstücksdirektor Rummenigge spricht von Krieg, wenn sein Verein gegen Liga-Schlusslicht Braunschweig antreten muss. Sein Sportdirektor Sammer verlangt Gier in den Augen seiner Kicker, wenn sie auf den Platz laufen. Und wenn bei Dortmunds Trainer Klopp in einem Statement nicht wenigstens zweimal das Wort geil oder supergeil auftaucht, dann haben seine Spieler sicher den Kick vergeigt.

Immerhin sprechen da Vertreter der führenden deutschen Fußball-Vereine, die von der Presse immer wieder gerne und manchmal sogar penetrant als Vorbilder der Gesellschaft herausgestellt werden.
Ich möchte den Genannten ja nicht unbedingt unterstellen, dass sie mehr Gefühl in den Beinen als Hirn im Kopf haben. Dafür haben wir ja die Herren Beckenbauer und Matthäus.  Aber dramatisch ist es schon, wenn sogenannte Vorbilder nicht mehr wissen, was sie labern...

Übrigens: Meine Oma, würde sie noch leben, würde bei den Worten Geil und Gier wohl fragen, wo von wir da reden, von Fußball oder Porno? Auf Krieg wäre sie nie gekommen, obwohl sie zwei überlebt hat.

Sonntag, 9. Februar 2014

Was fehlt den Olympia-Kommentatoren? Cindy aus Marzahn oder schlicht der Durchblick?

Die olympischen Winterspiele in Sotschi sind grandios gestartet. Athleten bewundern die Sportstätten, sprechen von einer gelungenen Eröffnungsfeier. Und was steht heute morgen im Sonntagsblatt meiner Heimatzeitung als dicke Schlagzeile auf Seite 1?

"Putins Party-Panne". Und weiter: "Was für ein Schnitzer: Fünfter Ring öffnet sich nicht". Anschließend rätseln die Helden in der Redaktion ausführlich darüber nach, was das doch für ein böses Omen sein kann, darf oder auch muss, wenn sich eine einzelne Schneeflocke nicht in einen olympischen Ring verwandelt.

Blöd nur, dass Millionen an den Fernsehgeräten eine Eröffnung gesehen haben, die sich durchaus wohltuend und seriös vom sonst üblichen Fernsehklamauk abgehoben hat.  Da fragt man sich inzwischen wirklich, welche Laus den Schreibern und zum Teil auch Kommentatoren in Funk und Fernsehen über die Leber gelaufen ist. Was fehlt ihnen eigentlich? Cindy aus Marzahn oder schlicht der Durchblick?

Möglicherweise darf aber auch einfach nicht sein, was uns die Fernsehbilder in diesen Tagen unverfälscht in die Wohnzimmer transportieren:  Ein neues Urlaubsziel zwischen Strand und Gebirge, das nach den Spielen alle Chancen hat, zur neuen Top-Adresse für die "Reichen und Schönen" zu werden. Nicht auszudenken, wenn sich das in diesen Tagen bis nach Sylt, Marbella und in andere Jet-Set-Enklaven herumspricht...