Nachdem erste Minusgrade diamantenen Glitzer über die Natur gelegt haben, ist es bis zu den Feiertagen vor dem Jahreswechsel nicht mehr weit. Darum auf diesem Wege ein adventlicher Foto-Gruß an Freundinnen, Freunde, Bekannte, Verwandte und den Rest der friedlichen Welt. Lasst es euch gut gehen, während der Festtage und natürlich erst recht im nächsten Jahr. Mit Grüßen von Christel - Euer Frank
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Sonntag, 11. Dezember 2016
Frohe Festtage
Nachdem erste Minusgrade diamantenen Glitzer über die Natur gelegt haben, ist es bis zu den Feiertagen vor dem Jahreswechsel nicht mehr weit. Darum auf diesem Wege ein adventlicher Foto-Gruß an Freundinnen, Freunde, Bekannte, Verwandte und den Rest der friedlichen Welt. Lasst es euch gut gehen, während der Festtage und natürlich erst recht im nächsten Jahr. Mit Grüßen von Christel - Euer Frank
Mittwoch, 22. Juni 2016
Klassentreffen mit Lerneffekten
| Silberrrücken - teilweise mit Damen - im EDE-Betriebsgelände. Im Hintergrund die Firmen-Kita. |
| "Metaller" unter sich |
Ich hatte von den vielen guten Taten, die da in Wuppertal für Bildung und Kultur geleistet werden, zwar schon gehört, aber nicht geahnt, dass mein alter Leidensgenosse wesentlich dahinter steht.
Der Reihe nach: Da die Mehrzahl der
inzwischen alten Kameraden – so ungefähr 80 plus-minus eins –
partout keine Lust hat, den ehemaligen Studienort in Lüdinghausen
wieder zu sehen, fanden die Jahrestreffen seit einigen Jahren erst in
Münster, zuletzt aber auch auf Einladung am Niederrhein (Viktor), in
Mittenwald (Fidschi) oder - wie jetzt gerade - in Wuppertal (Eugen)
statt.
| Warten auf den Schwebezustand im Kaiserwagen |
Und da gab es ein volles Programm: Schwebebahn im Kaiserwagen, EDE-Betriebsbesichtigung, Konzert mit einem Stardirigenten, Skulpturen-Ausstellung einer Bildhauer-Ikone, Kinder- und Jugend-Uni, alles in zwei Tage gepackt. Kurze Tage natürlich, weil die Abende bei so einem Treffen gerne mal länger werden. Elf Silberrücken hatten ihre Frauen dabei, vier waren solo. Aber alle haben den Jahresmarathon überlebt, was für die Kondition der Oldie-Truppe spricht. Von kleinen Aussetzern an der Strecke sprechen wir hier nicht: Christel geht es wieder gut und Gerda hoffentlich besser.
| Eugen erklärt Uwe die Kurve |
Ich weiche ab. Natürlich hat mich die Kunst fasziniert, obwohl ich sie früher nicht mit einem Klassentreffen in Verbindung gebracht hätte. Richtig überrascht hat mich aber die Tatsache,
dass da ein Unternehmer ist, der sich seit Jahrzehnten bemüht, von seinem wirtschaftlichen Erfolg abzugeben. Der sich in der Region Wuppertal für soziale und kulturelle Einrichtungen sowie für Kinder und Jugendliche in Notsituationen richtig engagiert. Ich denke, wer heute so den Kindern hilft, der sichert die Zukunft unseres Landes und damit auch die meiner und deiner Enkel.
Fazit: Auf solche Mitschüler kann man getrost stolz sein. Trotz oder weil Internat? Die Frage wird mich wohl noch länger beschäftigen...
Mittwoch, 10. Februar 2016
Ganz schön mutig
Wenn ich beobachte, was da in den letzten Wochen in Form von einigen Leserbriefen an Volkspopulismus in meine Heimatzeitung transportiert wurde, kann ich nur noch sagen: „Ganz schön mutig, die Verantwortlichen da in der Redaktion.“ Im Paragraphen 130 des Strafgesetzbuches heißt es verkürzt: „Wer … gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe ... oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe ... zum Hass aufstachelt, … ihn beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“
Und wer das veröffentlicht, sollte mal vorsichtshalber einen Anwalt konsultieren. Ich weiß, es ist nicht einfach, in Zeiten von Lügenpresse-Vorwürfen mit Populisten umzugehen. Mir ist sogar bewusst, dass sich in einer Gruppe von Flüchtlingen seit dem Auszug der Israeliten aus Ägypten auch immer ein paar Esel befinden. In meinen Augen gibt es aber heute einen riesigen Unterschied: Bei den Rechtspopulisten sehe ich nur noch Esel. Apropos: Ich habe vorsichtshalber mal einen Anwalt gefragt. Esel geht noch, Idiot wäre schon kritisch...
Donnerstag, 18. Juni 2015
Demenz im Sozialausschuss?
Was denn nun? Nichts passiert
zwischendurch? Oder schlicht vergessen, was man bereits vor sieben
Jahren beschlossen hat? Ohne zu wissen, wie der Altersdurchschnitt
im Sozialausschuss ist, darf ich mit meinen inzwischen 78 Jahren mal
vermuten, dass die Demenz auch Jüngere ziemlich blöde treffen
kann. Wer das hier nicht glauben mag, was ich sogar verstehen
könnte, der sollte mal im Hammer Abschlussbericht NAIS von 2007 blättern.
Da findet man alles wieder, inklusive Beschlussvorlage.
Sonntag, 10. Mai 2015
Klassentreffen: Wie die Erinnerung trügt
| Die Elf vom Gipfel "LH-55" mit Frauen und Partnerinnen im Posthotel Mittenwald. In den Sesseln: Das Gastgeberehepaar. |
Am
Rande: Das Canisianum war jene „Bildungsstätte“, der Heinrich
Breloer in seiner mehrmals ausgezeichneten TV-Dokumenation
bescheinigt hat, dass „der Tagesablauf von einer katholischen
Erziehung geprägt war, die Schuld und Sünde in den Vordergrund
stellte“. Stimmte zwar, ist aber für mich nach 60 Jahren
dazwischen nur noch so etwas wie Käse und Kokolores. Wie gesagt, für
mich. Andere sehen das immer noch so (Helmger*) oder haben es nie so
gesehen (Mau-Mau*).
Elf
von 39 also, denen 1955 die so genannte >Mittlere Reife“
bescheinigt wurde. Der Rest konnte nicht, weil verstorben, malad oder
anderweitig eingebunden. Oder wollte nicht, weil immer noch von bösen
Erinnerungen heimgesucht. Die elf allerdings, die da in Mittenwald
getalkt und getafelt (siehe den Vergleich zu Elmau) haben, hatten den
katholischen Drill aus ihrem Internatsgepäck schon lange auf den
großen Müllhaufen des Vergessens geworfen. Wie vieles andere auch.
So durfte ich erfahren, dass Alter ein Begriff ist, unter dessen Dach
ganz verschiedene Wahrheiten schlummern.
Als
ich zum Beispiel meine Frau vorstellte, stieß ich auf großes
Erstaunen. „Du und verheiratet? Hätte ich nie geglaubt.“
Ehrlich gesagt, hätte ich von dem, der das sagte, nicht mal geahnt,
dass er unter den 500 vermögensten Deutschen gelistet wird. Oder
Mozart* , der fest davon überzeugt war, dass ich früher mal in
einem Kaff im Münsterland gelebt hatte. Genauso wie ich schwöre,
dass ich besagten Ort noch nie im Leben betreten habe, genauso
überrascht war ich, als eben dieser „Mozart“ sich an drei
Abenden in Mittenwald zum medienreifen Kommödianten entwickelte.
„Der und witzig? Den hatte ich nie so in Erinnerung,“ resümierte
auch Rollf*, den ich Jahrzehnte in Brasilien vermutet hatte, obwohl
er die ganze Zeit und bis heute in Österreich an einer Strasse
wohnt, die ich im Berufsleben reichlich oft benutzt habe.
Wirklichkeit,
Wahrheit und Wahrnehmung. Erst im Alter relativiert sich so manches.
Allein schon diese Erkenntnis ist eine Sensation, die nicht
unterschätzt werden sollte. So gesehen war unser „LH-55-Treffen“
ein voller Erfolg. Und das nächste Treffen 2016 in Wuppertal wird
auch schon vorbereitet.. Ich bin sicher, in Elmau kommt auch nicht
viel mehr beim G-7-Gipfel als eine Verabredung zum nächsten Treffen
heraus. Darum: So lange wir uns noch Ziele setzen, sind wir dabei,
auf der großen Bühne dieser Weltgeschichte. Und die Erinnerung? Sie
mag trügen. Erschüttern kann das keinen mehr, wenn er erst mal eine
stattliche Anzahl von Jahren auf dem Buckel hat, wenn Gelassenheit
selbst körperliche Hindernisse ausgleicht. In diesem Sinne:
Euer
Punzel*
* =
aus Datenschutz- und anderen Gründen habe ich nur Vor- oder
Spitznamen genannt.
Freitag, 6. März 2015
Die Vorsitzende heisst nicht Frau Müller...
Gestern in der Muckibude. Gespräch von Laufband zu
Laufband.
Er: „Der Seniorenbeirat hat jetzt eine Frau als
Vorsitzende. Ich glaube, die heisst Frau Müller.“
Sie: „Die heisst nicht Frau Müller, die heisst
Frau Schwarz.“
Er: „Und wie komme ich jetzt auf Müller?“
Sie: „Herr Müller war jahrelang der Chef von Frau
Schwarz im Amt für Soziale Intergration.“
Er: „Sag´ ich doch, die kennen sich gut.“
Sie: „Kann man so sagen.“
Er: „Dann macht Frau Schwarz demnächst, was Herr
Müller sagt?“
Sie: „Das kann man so direkt nicht sagen.“
Er: „Warum denn nicht?“
Sie: „Weil Herr Müller erst fragen muss, was der
Oberbürgermeister sagt.“
Er: „Und der Herr Müller sagt dann der Frau
Schwarz, was unser OB so denkt?“
Sie: „Könnte man so sagen.“
Freitag, 30. Januar 2015
Klassentreffen - "ist ja irre"
"Ist ja irre" kommentierte gestern am Telefon ein ehemaliger Geschäftspartner - heute so um die 70 Jahre alt und meistens mehr Freund als Partner -, als ich ihm erzählte, dass ich Anfang Mai eine Reise zu einem Klassentreffen - mit Frauen, Freundinnen oder Partner/innen! - nach Mittenwald plane. "Du bist doch sicher schon über 75?", fragte er. "Etwas darüber, in gut zwei Jahren will ich gerne noch 80 werden". Dann, nach einer kurzen Pause, sagte er: "Du machst es richtig, wer sich im Alter noch Ziele setzt, ist nicht alt."
Da mein alter Kumpel auch immer ein wenig Philosoph war, gebe ich das Lob gerne weiter. An jene Gleichaltrigen, die ebenfalls in diesen Tagen darüber nachdenken, Anfang Mai in den Süden zu düsen. Immerhin leben die meisten von denen, die "übrig geblieben" sind, heute in NRW oder auch nördlich davon. Ausgenommen davon sind die Klassenkameraden "Fidschi", der uns in sein Posthotel nach Mittenwald für drei Tage eingeladen hat, und Rolf, der schon seit Jahren um die Ecke in Österreich lebt. Meine rund 800 Straßenkilometer nach Mittenwald sind kein Problem. Eher wohl die Idee an sich.
Darum hier zur Erinnerung einige Gedanken zu meinem ersten Klassentreffen - vorher und nachher.
Vor dem Klassentreffen
Da mein alter Kumpel auch immer ein wenig Philosoph war, gebe ich das Lob gerne weiter. An jene Gleichaltrigen, die ebenfalls in diesen Tagen darüber nachdenken, Anfang Mai in den Süden zu düsen. Immerhin leben die meisten von denen, die "übrig geblieben" sind, heute in NRW oder auch nördlich davon. Ausgenommen davon sind die Klassenkameraden "Fidschi", der uns in sein Posthotel nach Mittenwald für drei Tage eingeladen hat, und Rolf, der schon seit Jahren um die Ecke in Österreich lebt. Meine rund 800 Straßenkilometer nach Mittenwald sind kein Problem. Eher wohl die Idee an sich.
Darum hier zur Erinnerung einige Gedanken zu meinem ersten Klassentreffen - vorher und nachher.
Vor dem Klassentreffen
>Es
war im Herbst 2011, als ich überraschende Post bekam.
Absender war ein ehemaliger Klassenkamerad, mit dem ich von 1949 bis
1955 bis zur „mittleren Reife“ - so hieß das damals wirklich –
die Schulbank im Canisianum in Lüdinghausen drücken durfte. Oder
besser gesagt: Absender Ado durfte, weil externer Schüler, ich
musste, weil interniert. Zusammen mit meinem damaligen
Internats-Leidensgenossen Pitt hatte Ado sich die Mühe gemacht, die
Namen unseres Reife(haha)-Jahrgangs zu recherchieren und zum
Klassentreffen einzuladen. Applaus
dafür, auch wenn mich das Ergebnis der Namens-Liste – sogar
ergänzt mit einem alten Foto - erst einmal sehr nachdenklich gemacht
hat. 39 Namen stehen da, sechs sind verstorben und eben so viele sind
nicht auffindbar. Rein statistisch eigentlich noch ein gutes
Ergebnis, dachte ich, bevor ich mir die 27 Namen der restlichen und -
ich hoffe – noch rüstigen Mitte-Siebziger mal näher angesehen
habe. Bis auf drei, höchstens fünf, würde ich sicher niemanden
erkennen, wenn er mir heute auf der Straße entgegen kommen würde.
Auch dann nicht, wenn mir sogar der eine oder andere Name noch etwas
sagt.
Liegt es daran, dass
ich den „Kasten“ in Lüdinghausen 57 lange Jahre einfach
ausgeblendet habe, weil ich ihn genau so in Erinnerung habe, wie ihn
Heinrich Breloer – auch ehemaliger Schüler, nur etwas jünger - in
seinem mehrmals ausgezeichneten Doku-Drama geschildert hat? Im
Lexikon Wikipedia heißt es zu dem Breloer-Film: „Das
Internat ist nach dem Krieg im Wiederaufbau, und die jüngsten der
Internatsschüler leben in engen Verhältnissen. Ihr Tagesablauf ist
bis ins Kleinste organisiert und geprägt von einer katholischen
Erziehung, die Schuld und Sünde in den Vordergrund stellt. Die
ehemaligen Schüler sprechen über Erlebnisse, die von Einsamkeit und
Bitterkeit geprägt sind.“
Wenn ich ehrlich bin, kann und will ich da nicht widersprechen. Warum ich trotzdem
im Mai zum Klassentreffen fahre? Weil ich wissen will, wie viele von
den 27 überhaupt noch kommen (können). Weil ich glaube, dass ich
mich zusammen mit Rolf, vielleicht auch mit Hubert, über
die Auszeiten amüsieren kann, in denen wir dem System ab und zu ein Schnippchen geschlagen haben. Weil ich sicher bin, dass Ado
und Pitt zusammen mit Wolfgang sich viel Mühe gegeben haben, um das
Treffen zum schönen Oldie-Event zu machen. Und natürlich, damit ich
demnächst auch all die anderen erkenne, wenn ich ihnen zufällig mal
auf der Straße begegne...<
Nach dem Klassentreffen
>Während der Fahrt zum zweitägigen Klassentreffen nach
Münster spukten mir die Buchtitel Internatskerker (Thomas
Bernhard), Unterm Rad (Hermann
Hesse) und Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (Robert
Musil) durch den Kopf. Ich war auf dem Weg zum Treffen mit
ehemaligen Mitschülern des katholischen Internats Canisianum
Lüdinghausen. Das ist jene Anstalt, über
die Heinrich Breloer sein preisgekröntes TV-Doku-Drama gedreht
hat. Ehemalige Schüler sprechen im Film über Erlebnisse, die von
Einsamkeit und Bitterkeit geprägt sind.
Was die Titel der Bücher
ausdrücken, was Breloer erzählt, konnte ich nachempfinden. 57
Jahre lang fielen mir zum Internat - wenn ich denn überhaupt noch an
die Zeit dachte - Vokabeln wie ausgeschlossen und abgeschoben
oder ganz real wenig qualifiziertes Aufsichts- und Lehrpersonal bis
in die pastorale Spitze hinein ein. Kurz: Ich wollte von diesem
Abschnitt meiner Jugend nichts mehr wissen. Bis jetzt, bis zum ersten
Treffen seit 1955 in Münster.
Um es vorweg zu nehmen:
Auf der Rückfahrt dachte ich mehr an Das fliegende Klassenzimmer
(Erich Kästner). Auch in diesem
Roman gibt es Probleme, aber lösbare. Freundschaft und Kameradschaft
der Schüler untereinander sorgen dafür, dass Internatsleben
erträglich wird. Ein witzwortreicher Nachmittag und Abend in
Münster sowie eine Wanderung durch und rund um die alte Penne in
Lüdinghausen am nächsten
Tag haben mir die Augen geöffnet. Je mehr Druck auf uns
damals ausgeübt wurde, desto mehr haben wir uns zusammengeschlossen.
Wir haben Cliquen gebildet, in die keiner hineinkam. Und wenn sich
beim Klassentreffen zwei 75jährige nach 57 Jahren plötzlich in den
Armen lagen, dann waren das wohl nicht nur Interessengemeinschaften.
Kameradschaft, Kumpanei, Freundschaft, daraus bestand der Kitt, der
uns damals stark machte.
Wenn wir morgens in
Zweierreihen durch die Stadt in die Kirche geführt wurden, fanden
wir das als Kinder überhaupt nicht - und jetzt beim Klassentreffen
überaus komisch. Weil wir erkannt haben, welche verquaste Denkweise
damals hinter dem erzkatholischen Trimm stand. Wenn vom Direktor bei
einem Mitschüler die Abi-Reife nur deshalb angezweifelt wurde, weil
er als Stadtmeister im Tennis mit zwei kurz-berockten Mädchen (!) in
der Zeitung abgebildet war, dann löst das heute nur noch ein
homerisches Gelächter aus. Wenn vier von uns im Foyer des
Internatsgebäudes Stunden mit dem Gesicht zur Wand in vier Ecken
stehen mussten, dann ist das aus heutiger Sicht für die damals
Betroffenen nicht mehr anprangernd demütigend, sondern nur noch
lächerlich. Genau wie der Spruch des Präfekten „aus dir wird nie
etwas“. Wäre der Mensch noch am Leben, hätte er beim
Klassentreffen feststellen dürfen, dass aus seinen Zöglingen viel
mehr geworden ist als sein begrenzter gedanklicher Kosmos es damals
wohl zugelassen hat.
Alle haben es im Leben
weit gebracht, die 16 Oldies mit rund 75 Jahren auf jedem einzelnen
Buckel. Aufgeschlossen und weltoffen wurde geplaudert und gelacht,
keiner Einziger hatte den Gedanken-Muff des Internats noch in den
Knochen. Alleine schon diese Erkenntnis hat mich froh und auch ein
wenig glücklich gemacht. Es war ein schöner Ausflug mit lustigen Kopfreisen durch rund
60 Jahre.<
Mein Fazit: Auch wenn "es irre ist", die Fahrt nach Mittenwald wird sich wohl lohnen, egal wie alt man ist - oder besser - sich fühlt. Bis dann also...
Donnerstag, 7. August 2014
Da staunt der Laie...
Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Der Geschäftsführer eines Gesundheits- und Rehazentrums in Hamm meldet Insolvenz an und eröffnet nahezu zeitgleich in unmittelbarer Nachbarschaft eine neue Firma mit identischen Unternehmens-Zielen. Und dort, wo auf zwei Etagen die Karre in den Sand gesetzt wurde, soll es demnächst weitergehen, natürlich weiterhin als Gesundheits- und Rehazentrum.
Tolle Rechnung: Was einmal nicht geklappt, wird schon gut gehen, wenn das Angebot einfach mal verdoppelt wird. Wer dabei – mal so ganz nebenher gefragt – auf den bisherigen und zukünftigen Kosten sitzen bleibt, spielt wohl keine Rolle mehr.
Im heutigen Gesundheits-System ist inzwischen wohl
jede Milchmädchen-Rechnung möglich. So lange die Jungen ihre Pfunde
auf Rezept in Fitness- und Reha-Zentren abtrainieren und die Alten
mit medizinischer Empfehlung in den gleichen Einrichtungen immer
älter werden, geht das Modell auf. Wenn ich nicht zu alt wäre,
würde ich glatt eine Muckibude aufmachen. Und nach mir? Die
Sintflut; oder doch die Gläubiger? Ist doch ganz egal...
Dienstag, 22. April 2014
Sie wissen nicht, was sie labern...
"… denn sie wissen nicht, was sie tun" ist ein amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1955 mit James Dean, der in dem Drama als Rebell um Anerkennung ringt.
"... denn sie wissen nicht, was sie labern" ist die Definition von Sprache, wenn von der Presse hochgejubelte Fußballexperten über ihren Sport sprechen.
Bayern-Frühstücksdirektor Rummenigge spricht von Krieg, wenn sein Verein gegen Liga-Schlusslicht Braunschweig antreten muss. Sein Sportdirektor Sammer verlangt Gier in den Augen seiner Kicker, wenn sie auf den Platz laufen. Und wenn bei Dortmunds Trainer Klopp in einem Statement nicht wenigstens zweimal das Wort geil oder supergeil auftaucht, dann haben seine Spieler sicher den Kick vergeigt.
Immerhin sprechen da Vertreter der führenden deutschen Fußball-Vereine, die von der Presse immer wieder gerne und manchmal sogar penetrant als Vorbilder der Gesellschaft herausgestellt werden.
Ich möchte den Genannten ja nicht unbedingt unterstellen, dass sie mehr Gefühl in den Beinen als Hirn im Kopf haben. Dafür haben wir ja die Herren Beckenbauer und Matthäus. Aber dramatisch ist es schon, wenn sogenannte Vorbilder nicht mehr wissen, was sie labern...
Übrigens: Meine Oma, würde sie noch leben, würde bei den Worten Geil und Gier wohl fragen, wo von wir da reden, von Fußball oder Porno? Auf Krieg wäre sie nie gekommen, obwohl sie zwei überlebt hat.
"... denn sie wissen nicht, was sie labern" ist die Definition von Sprache, wenn von der Presse hochgejubelte Fußballexperten über ihren Sport sprechen.
Bayern-Frühstücksdirektor Rummenigge spricht von Krieg, wenn sein Verein gegen Liga-Schlusslicht Braunschweig antreten muss. Sein Sportdirektor Sammer verlangt Gier in den Augen seiner Kicker, wenn sie auf den Platz laufen. Und wenn bei Dortmunds Trainer Klopp in einem Statement nicht wenigstens zweimal das Wort geil oder supergeil auftaucht, dann haben seine Spieler sicher den Kick vergeigt.
Immerhin sprechen da Vertreter der führenden deutschen Fußball-Vereine, die von der Presse immer wieder gerne und manchmal sogar penetrant als Vorbilder der Gesellschaft herausgestellt werden.
Ich möchte den Genannten ja nicht unbedingt unterstellen, dass sie mehr Gefühl in den Beinen als Hirn im Kopf haben. Dafür haben wir ja die Herren Beckenbauer und Matthäus. Aber dramatisch ist es schon, wenn sogenannte Vorbilder nicht mehr wissen, was sie labern...
Übrigens: Meine Oma, würde sie noch leben, würde bei den Worten Geil und Gier wohl fragen, wo von wir da reden, von Fußball oder Porno? Auf Krieg wäre sie nie gekommen, obwohl sie zwei überlebt hat.
Sonntag, 9. Februar 2014
Was fehlt den Olympia-Kommentatoren? Cindy aus Marzahn oder schlicht der Durchblick?
Die olympischen Winterspiele in Sotschi sind grandios gestartet. Athleten bewundern die Sportstätten, sprechen von einer gelungenen Eröffnungsfeier. Und was steht heute morgen im Sonntagsblatt meiner Heimatzeitung als dicke Schlagzeile auf Seite 1?
"Putins Party-Panne". Und weiter: "Was für ein Schnitzer: Fünfter Ring öffnet sich nicht". Anschließend rätseln die Helden in der Redaktion ausführlich darüber nach, was das doch für ein böses Omen sein kann, darf oder auch muss, wenn sich eine einzelne Schneeflocke nicht in einen olympischen Ring verwandelt.
Blöd nur, dass Millionen an den Fernsehgeräten eine Eröffnung gesehen haben, die sich durchaus wohltuend und seriös vom sonst üblichen Fernsehklamauk abgehoben hat. Da fragt man sich inzwischen wirklich, welche Laus den Schreibern und zum Teil auch Kommentatoren in Funk und Fernsehen über die Leber gelaufen ist. Was fehlt ihnen eigentlich? Cindy aus Marzahn oder schlicht der Durchblick?
Möglicherweise darf aber auch einfach nicht sein, was uns die Fernsehbilder in diesen Tagen unverfälscht in die Wohnzimmer transportieren: Ein neues Urlaubsziel zwischen Strand und Gebirge, das nach den Spielen alle Chancen hat, zur neuen Top-Adresse für die "Reichen und Schönen" zu werden. Nicht auszudenken, wenn sich das in diesen Tagen bis nach Sylt, Marbella und in andere Jet-Set-Enklaven herumspricht...
"Putins Party-Panne". Und weiter: "Was für ein Schnitzer: Fünfter Ring öffnet sich nicht". Anschließend rätseln die Helden in der Redaktion ausführlich darüber nach, was das doch für ein böses Omen sein kann, darf oder auch muss, wenn sich eine einzelne Schneeflocke nicht in einen olympischen Ring verwandelt.
Blöd nur, dass Millionen an den Fernsehgeräten eine Eröffnung gesehen haben, die sich durchaus wohltuend und seriös vom sonst üblichen Fernsehklamauk abgehoben hat. Da fragt man sich inzwischen wirklich, welche Laus den Schreibern und zum Teil auch Kommentatoren in Funk und Fernsehen über die Leber gelaufen ist. Was fehlt ihnen eigentlich? Cindy aus Marzahn oder schlicht der Durchblick?
Möglicherweise darf aber auch einfach nicht sein, was uns die Fernsehbilder in diesen Tagen unverfälscht in die Wohnzimmer transportieren: Ein neues Urlaubsziel zwischen Strand und Gebirge, das nach den Spielen alle Chancen hat, zur neuen Top-Adresse für die "Reichen und Schönen" zu werden. Nicht auszudenken, wenn sich das in diesen Tagen bis nach Sylt, Marbella und in andere Jet-Set-Enklaven herumspricht...
Montag, 2. Dezember 2013
Hell die Lampen leuchten...
10
Uhr: In der Maximiliansiedlung in Hamm-Werries stellt Rentnerin
Erna L. drei Elektrokerzen auf die Fensterbank ihres Wohnzimmers.
Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß,
bei Erna.
10
Uhr 15: Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried
P. die Weihnachtsoffensive. Er kontert umgehend mit der Aufstellung
einer Pyramide mit zehn Lämpchen zu je 15 Watt im Küchenfenster.
10
Uhr 55: Die Maxi-Siedlung strahlt im besinnlichen Glanz von 134
Fensterdekorationen.
11
Uhr: Im Kraftwerk Uentrop registriert der wachhabende Ingenieur
einen vermeintlichen Defekt der Meßgeräte. Weil Advent ist, guckt
er nicht so genau hin.
12 Uhr:
Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt an der Langen Reihe der
Anschluß einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Leuchten durch
sämtliche Bäume ihres Obstgartens. Teile der heimischen Vogelwelt
beginnen in der Geithe verwirrt mit dem Nestbau.
15
Uhr: Alfons K. sieht sich genötigt, seinerseits einen Teil zur
vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen. Er montiert auf dem
Flachdach seines Bungalows in der Nähe des Kanals einen
Laser-Strahler und probiert ihn aus. Der Pilot einer Boeing 747 der
Singapur Airlines auf dem Weg nach Düsseldorf ist irritiert und
wechselt die Flugrichtung.
16 Uhr: Im Jubel einer Weihnachtsfeier im Kraftwerk Uentrop verhallt ein Alarmsignal aus der Generatorhalle.
17 Uhr: Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck irrt verängstigt durch den Maxipark, nachdem zuvor ihre Boeing 747 der Singapur Airlines versehentlich vor dem gut ausgeleuchteten Glaselefanten gelandet war.
19 Uhr: Nicht nur in Werries brennt inzwischen der Baum. Auf allen Fensterbänken flimmert die Weihnachtbeleuchtung in vielen bunten Farben.
16 Uhr: Im Jubel einer Weihnachtsfeier im Kraftwerk Uentrop verhallt ein Alarmsignal aus der Generatorhalle.
17 Uhr: Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck irrt verängstigt durch den Maxipark, nachdem zuvor ihre Boeing 747 der Singapur Airlines versehentlich vor dem gut ausgeleuchteten Glaselefanten gelandet war.
19 Uhr: Nicht nur in Werries brennt inzwischen der Baum. Auf allen Fensterbänken flimmert die Weihnachtbeleuchtung in vielen bunten Farben.
20 Uhr: Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel.
22 Uhr: Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kraftwerks Uentrop. Der gesamte Komplex läuft mit 500 Megawatt jenseits der Belastungsgrenze. Auf der Weihnachtsfeier geht es inzwischen hoch her.
23 Uhr: In der taghell erleuchteten Maximilian-Siedlung erwacht Studentin Betti U. und verwechselt die Adventsbeleuchtung mit der aufgehenden Sonne. Um genau 23 Uhr 15 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine. Eine Sekunde später gehen im Stadtbezirk die Lichter aus.
24
Uhr: Durch Werries irren verwirrte Menschen.
Menschen
wie du und ich, die verzweifelt nach einer einer Kerze suchen.
So
eine aus Wachs, wie man sie früher mal auf dem Adventskranz hatte...
Sonntag, 1. Dezember 2013
Schön bekloppt oder echt bekloppt?
"Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann war ein Klasse-Buch. Dieser Debüt-Roman war spannend und informativ, überraschend in Wort- und Satzfolgen, inspirierend bei Gedankensprüngen und nie langweilig. Da wollte ich gerne mehr.
Kurz "F" heißt dieses mehr, das von führenden deutschen Literatur-Kritikern beiderlei Geschlechts himmelhoch jauchzend begrüßt wurde. Nach gut 100 Seiten durfte ich feststellen, dass auch dieses Kehlmann-Buch wieder zahlreiche Wortspiel-schöpfende Gedanken enthält. Da wird geträumt und sich erinnert. Die Protagonisten, drei Brüder von zwei Müttern, suchen Schuldige für eigenes Versagen. Sie landen beim Vater, wie das heute in der Literatur immer öfter mal vorkommt. Aber auch bei Großvätern, Urgroßvätern und weiteren Ahnen, seitenweise und in ewigen Wiederholungen.
Ich frage mich jetzt, ist das schön bekloppt oder echt bekloppt? Um das heraus zu finden, muss ich das Buch jetzt bis zum Ende lesen. Leider...
Kurz "F" heißt dieses mehr, das von führenden deutschen Literatur-Kritikern beiderlei Geschlechts himmelhoch jauchzend begrüßt wurde. Nach gut 100 Seiten durfte ich feststellen, dass auch dieses Kehlmann-Buch wieder zahlreiche Wortspiel-schöpfende Gedanken enthält. Da wird geträumt und sich erinnert. Die Protagonisten, drei Brüder von zwei Müttern, suchen Schuldige für eigenes Versagen. Sie landen beim Vater, wie das heute in der Literatur immer öfter mal vorkommt. Aber auch bei Großvätern, Urgroßvätern und weiteren Ahnen, seitenweise und in ewigen Wiederholungen.
Ich frage mich jetzt, ist das schön bekloppt oder echt bekloppt? Um das heraus zu finden, muss ich das Buch jetzt bis zum Ende lesen. Leider...
Dienstag, 19. November 2013
Der Kaiser ist blind
Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer zu den Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen in Katar:
"Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen. Die laufen alle frei rum, weder in Ketten gefesselt noch mit irgenwelchen Büßerkappen aufm Kopf."
Da gibt es für mich nur noch drei Auslegungen:
1. Kostspielige Geschenke der Kataris - ähnlich wie die wertvollen Uhren für Rummenigge -
haben beim Kaiser das Gehirn vernebelt.
2. Bei genialen Fußballern fließt mehr Blut in den Beinen als in den Köpfen.
3. Der Kaiser ist inzwischen blind.
"Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen. Die laufen alle frei rum, weder in Ketten gefesselt noch mit irgenwelchen Büßerkappen aufm Kopf."
Da gibt es für mich nur noch drei Auslegungen:
1. Kostspielige Geschenke der Kataris - ähnlich wie die wertvollen Uhren für Rummenigge -
haben beim Kaiser das Gehirn vernebelt.
2. Bei genialen Fußballern fließt mehr Blut in den Beinen als in den Köpfen.
3. Der Kaiser ist inzwischen blind.
Samstag, 16. November 2013
War es die Nachtigall oder die Lehrerin ?
Habe am bundesweiten Vorlesetag teilgenommen. War lehrreich. Spaß hat es auch gemacht, weil die Kinder so prima mitgemacht haben. Trotzdem ist ein schales Gefühl übrig geblieben. Weil ich mich immer noch frage, was da so bei den Damen und Herren des Lehrpersonals in den Köpfen ist.
Der Reihe nach: Bin pünktlich - wie schriftlich aufgefordert - in der Schule. Werde von einer jungen Frau auf dem Flur abgefangen, stelle mich vor. Sie verschweigt ihren Namen und bringt mich ins Lehrerzimmer. Ich sage allgemein in die Runde guten Morgen. Keine Antwort. Die Empfangsdame tuschelt am Tisch mit einigen anderen Damen. Ich stehe derweil dumm rum.
Einige Minuten schaue ich mir das an. Dann verlasse ich den gastlichen Raum und gehe zurück auf den Flur. Ein älterer Herr kommt mir nach, stellt sich als ehemaliger Rektor und Vorlese-Kollegen vor. Bietet an, mich in die Klasse zu bringen. Ich folge quer durch die Schule. Vor der leeren Klasse verlässt er mich mit dem Hinweis, dass die Pause ja bald zu Ende sei.
Plötzlich kommen die Kleinen, mitten drin eine junge Frau. Aha, denke ich die Lehrerin. Nein, sagt sie, ich bin nur die Betreuerin. Natürlich ohne Namensnennung. Als ich gerade einmal tief durchgeatmet habe, kommt noch eine junge Frau. Sie nimmt mich mit in die Klasse, kennt sogar meinen Namen und stellt mich vor.
Ich setzte mich, erzähle den Kids ein wenig über mein Leben, lese, mache Pausen, um mit den Dötzen über das zu sprechen, was wir gerade gehört haben, lese, höre mir an, was die Kinder verstanden haben. Manchmal lachen wir auch - gemeinsam. Als ich vorschlage, dass ein schwieriger Begriff doch besser nach der Lesestunde mal im Unterricht behandelt werden sollte, wedelt die junge Frau, nicht die Betreuerin, die andere, nur abwehrend mit den Händen.
Seither frage ich mich: War das die Lehrerin oder nur die Nachtigall? Oder umgekehrt? Oder wie oder was? Ich konnte nicht nachfragen. Als ich aus der Klasse entlassen wurde, musste ich meinen Weg zurück alleine finden.
Der Reihe nach: Bin pünktlich - wie schriftlich aufgefordert - in der Schule. Werde von einer jungen Frau auf dem Flur abgefangen, stelle mich vor. Sie verschweigt ihren Namen und bringt mich ins Lehrerzimmer. Ich sage allgemein in die Runde guten Morgen. Keine Antwort. Die Empfangsdame tuschelt am Tisch mit einigen anderen Damen. Ich stehe derweil dumm rum.
Einige Minuten schaue ich mir das an. Dann verlasse ich den gastlichen Raum und gehe zurück auf den Flur. Ein älterer Herr kommt mir nach, stellt sich als ehemaliger Rektor und Vorlese-Kollegen vor. Bietet an, mich in die Klasse zu bringen. Ich folge quer durch die Schule. Vor der leeren Klasse verlässt er mich mit dem Hinweis, dass die Pause ja bald zu Ende sei.
Plötzlich kommen die Kleinen, mitten drin eine junge Frau. Aha, denke ich die Lehrerin. Nein, sagt sie, ich bin nur die Betreuerin. Natürlich ohne Namensnennung. Als ich gerade einmal tief durchgeatmet habe, kommt noch eine junge Frau. Sie nimmt mich mit in die Klasse, kennt sogar meinen Namen und stellt mich vor.
Ich setzte mich, erzähle den Kids ein wenig über mein Leben, lese, mache Pausen, um mit den Dötzen über das zu sprechen, was wir gerade gehört haben, lese, höre mir an, was die Kinder verstanden haben. Manchmal lachen wir auch - gemeinsam. Als ich vorschlage, dass ein schwieriger Begriff doch besser nach der Lesestunde mal im Unterricht behandelt werden sollte, wedelt die junge Frau, nicht die Betreuerin, die andere, nur abwehrend mit den Händen.
Seither frage ich mich: War das die Lehrerin oder nur die Nachtigall? Oder umgekehrt? Oder wie oder was? Ich konnte nicht nachfragen. Als ich aus der Klasse entlassen wurde, musste ich meinen Weg zurück alleine finden.
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